KMU – Spicker

April 19, 2011

Personelle Kapazitäten für Social Media Aktivitäten – It depends on…!


Bei vielen Unternehmen steht die Frage mit der Einführung der Social Media im Raum, welche personellen Kapazitäten Sie für Ein- und Durchführung benötigen. Es gibt inzwischen viele Publikationen darüber, welche Kosten z. B. für eine Konzeption bzw. Strategie aufkommen können. Damit ist deren Umsetzung jedoch nicht realisiert. Erst letztlich erschien im Manager-Magazin wieder ein Artikel, der u. a. folgende Aussagen traf:

» „Speziell in den Abendstunden des Freitags ist die Nutzung in Social-Media-Netzwerken um bis zu 18 Prozent höher als an anderen Wochentagen, […].“«

Und

»Auch Twitter-Manager Adam Bain habe bestätigt, dass freitags der Kurznachrichtendienst am häufigsten genutzt werde, […].“«
(Quelle:Manager-Magazin vom 12.04.2011)

Sofern man an seinen Mitarbeitern Zweifel hegt, kann solch eine Aussage manch einen Vorgesetzten immens beruhigen – „vertrödeln“ sie doch wertvolle Arbeitszeit nicht privat. Im Gegenzug kann natürlich der Trugschluss aufkommen, die Aktivitäten samt der notwendigen Ressourcen auf dieses Zeitfenster reduzieren zu wollen. Man tendiert quasi dazu daran eine Art „Beste Sendezeit“, wie im Rundfunk und Fernsehen üblich, festzumachen.

It depends on…!

Als Unternehmer ist Ihnen bereits bewusst, dass Sie mit jeder Kommunikation und jedem Auftritt als Markenbotschafter ihres eigenen Unternehmens gleichstehen. So zeichnet sich dieser persönliche Einsatz als ein nahezu 24 – h – Job ab. Ähnlich ist dies bei den Social Media Aktivitäten zu sehen. Im Web sind Sie 24 h präsent. Etwaigen Fans, Follower und potentiellen Kunden werden ebensolche Möglichkeiten zum Besuch und zur Kontaktaufnahme gegeben.
M. E. ist daher der Ressourcen-Einsatz weniger abhängig von der Unternehmensgröße wie man oftmals irrtümlich vermutet. Dieser Unterschied wird eher im Budget liegen wie etwa für aufwändige Produktionen und Postings. Nein, mehr ist er abhängig von der Strategie und Zielsetzung und wie viele Kanäle (Facebook, Twitter, YouTube etc.) hierzu genutzt werden. Zielsetzungen können z. B das Unternehmensbranding zur Steigerung des Bekanntheitsgrades und somit des Markenwertes sein, Arbeitgeberbranding oder auch Customer Service. Hieraus ergeben sich selbstredend unterschiedliche Usergruppen mit unterschiedlichsten „Sendezeiten“…

Schüler und Absolventen werden gar wochentags in deren Pausen via Mobile darauf zugreifen. Florian Schrodt zeichnet sich mit einem Kollegen für die Corporate Communications bei der DFS verantwortlich. Gemeinsam betreuen sie „nebenher“ erfolgreich die Facebook-Fanpage der Deutschen Flugsicherung für Nachwuchs. In einem Austausch hierzu umschrieb er den Einsatz mit 40 Wochenstunden incl. Wochenende. Ich persönlich bekam schon Feedback auf meine Kommentare gegen 22 h! Weitere Aktivitäten sind derzeit aufgrund des Aufwandes, begründet durch die Vorbereitung und interne Abstimmung der Postings, nicht geplant.

Mitunter eine Vorbildfunktion in ihren SocialMedia
Aktivitäten hat die Krones AG mit Hauptsitz in Neutraubling bei Regensburg inne. Sie bietet via Facebook, Twitter und YouTube Einblicke ins Unternehmen, betreibt Arbeitgeberbranding vom Azubi bis zum Professional.
Charles Schmidt und zwei Mitarbeiter haben hier das Ruder in der Hand. „Nein, ein 9 – to – 5 – Job ist es sicherlich nicht“, meinte Herr Schmidt. „Die Vorbereitungszeit speziell für Social Media Postings reduziert sich bei uns allerdings, sonst wäre diese Bandbreite mit drei Mitarbeitern nicht zu bewältigen,“ ließ er durchblicken.

Dennoch geht das Team mit viel Herzblut an seine Arbeit. Zeitnah stehen sie den Fans Rede und Antwort. Bei fachspezifischen Rückfragen, wie z. B. die technische Ausbildung betreffend, wird auch gern schon mal der Meister direkt für eine Antwort herangezogen. Durch die internationale Ausrichtung der Krones AG bedürfen diese Kunden, Fans und Interessenten mit deren Zeitverschiebung ebenfalls der Aufmerksamkeit des Teams.

Obwohl sehr umfassend und erfolgreich aktiv, sieht die Krones AG keine Ausweitung z. B. im Bereich Customer Service vor. „Wir entwickeln teils kundenspezifische Lösungen. Etwaige Rückfragen sind demnach ebenfalls sehr individuell. Viel zu groß wäre die Gefahr, dass andere Kunden / User unsere gepostete Antwort auf die eigene Maschine projizieren, wobei oftmals der Unterschied im Detail liegen kann. Zudem sind uns teils durch internationale gesetzliche Bestimmungen die Hände gebunden,“ meinte Herr Schmidt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass globale Aussagen in Publikationen zum Ressourceneinsatz mit sehr viel Vorsicht zu genießen sind. Kontaktaufnahme via Social Media seitens der Fans und Follower sind in der Betreuung nahezu mit einem anrufenden Kunden im Vertrieb zu vergleichen. Die nonverbale Kontaktaufnahme kommt zwar der Optimierung des eigenen Zeitmanagements entgegen, dennoch wird ein zeitnahes Feedback beansprucht. Ebenso möchten sie wie Kunden im Real (Life) Business informiert und „bei Laune“ gehalten werden.

Ebenfalls war am Beispiel Krones ersichtlich, dass manch eine Zielsetzung branchenabhängig gut durchdacht sein sollte, wie z. B. der Customer Service auf nationalem und insbesondere auf internationalem Terrain.

Die Strategie in der klassischen PR (Public Relations=Öffentlichkeitsarbeit, z.  B. Aussagen und Botschaften in Pressemitteilungen und Interviews, Präsenz (mit wem?!) bei Veranstaltungen, etc.) muss mit der der Social Media Strategie konform gehen um nicht kontraproduktiv zu wirken. Vielleicht sollte dies als Startschuss für die Implementierung einer unternehmensinternen Kommunikationsabteilung für die Corporate Communications genutzt werden.
Sofern Sie sich mit Ihren Strategiefragen an eine Agentur wenden, wird diese Ihnen sicherlich einen Zeitaufwand für die Realisierung nennen können. Als eine Herausforderung besonderer Art würde es wahrscheinlich manch ein Kommunikationsprofi sehen, beim Start-up der internen Abteilung im kompletten Umfang mitwirken zu dürfen…
Stundensätze von Agenturen möchte ich an dieser Stelle zwecks Vermeidung von Missverständnissen nicht nennen. Diese sind sicherlich bei Interesse leicht zu erfragen. Die Dotierungen für Kommunikationsprofis sind regional unterschiedlich angesiedelt. Mit drei Berufsjahren sind sie mit einem Bruttogehalt von ca. Euro 40 k p. a. zu berücksichtigen.

Haben Sie Anregungen zu diesem Thema? Blogleser und ich freuen uns auf Ihre Feedbacks und Kommentare!

Beiträge, die ebenfalls von Interesse sein könnten:

Social Media: Hype, Kür oder Pflichtprogramm ?
Social Media: Xing oder nicht Xing ist die Frage! – erschienen in Haufe/ Personal, Ausgabe 12/ 2010
smo14.de gibt 50 gute Tipps für den Einstieg auf Facebook
@Tim_Krischak hat sich mit Social Media Metrics – 100 Wege für die Erfolgsmessung auseinander gesetzt

2 Kommentare »

  1. Eigener Nachtrag, 26.05.2011

    >>trickr.de<< fasste in einem Beitrag 5 nützliche, zeitsparende Tools für die Verantwortlichen der Social Media zusammen:

    http://trickr.de/5-zeitsparende-tools-fur-gestresste-social-media-manager/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Trickrde+%28Trickr.de%29

    Kommentar von Birgit Dondorff — Mai 26, 2011 @ 4:17 vormittags | Antwort

  2. [...] Der Erfolg von Social Media hängt auch von den personellen Ressourcen ab. Doch bedeutet das, dass man 24/7 online und aktiv sein muss? Personelle Ressourcen für Social Media Aktivitäten – It depends on…! [...]

    Pingback von Gesammelte Linkfreuden | Michaela Schara - Marketing Multimedia Coaching — November 11, 2011 @ 3:06 nachmittags | Antwort


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